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Kochkurs für Genießer: Asiatisch von TEUBNER
Die Reihe "Kochkurs für Genießer" aus dem Teubner Verlag tritt mit dem Anspruch an, der ambitionierten Hobbyköchin und dem ambitionierten Hobbykoch einen handfesten Kochkurs nicht nur für die eigene Küche, sondern vor allem in der eigenen Küche zu liefern. Mittels Buch - was sich für einen Verlag ja von selbst versteht.
Die Bücher in dieser Reihe sind folglich etwas für Praktikerinnen und Praktiker. Natürlich sind sie auch schön gestaltet. Sie sind sogar eine Augenweide, weil nicht nur die Fotos in ästhetischer und fototechnischer Hinsicht sehr gut sind, sondern die gesamte Gestaltung überzeugt. Glücklicherweise erfüllt die Fotografie aber auch einen nachvollziehbaren Zweck, nämlich das Geschriebene durch Illustration nachvollziehbar, begreifbar zu machen. Das Gelingt durchweg sehr gut.
Wir haben uns nun den Band "Kochkurs für Genießer: Asiatisch" angesehen. Was aber "die" asiatische Küche sein könnte, davon hat man, um es vorweg zu nehmen, auch nach der Lektüre dieses Buches nur bedingt eine Ahnung. "Die" asiatische Küche gibt es wohl genauso wenig wie es ?eine? europäische Küche gibt. Stellen Sie sich vor, Sie erstünden in, sagen wir mal: Shanghai, ein Buch mit einem Kochkurs zur europäischen Küche und dort stünden unvermittelt französische, dänische, italienische, bayrische, niederländische und englische Küche in einem gemeinsamen kulinarischen Kontext....
Glücklicherweise will dieser Kochkurs für Genießer dies gar nicht. Man erfährt etwas über die für die Küchen Asiens typischen Zubereitungsarten, ihre Gewürzvielfalt und den Umgang mit den Zutaten, der durchaus anders ist, als in unseren Küchen. Im zweiten Teil des Buches, der den Rezepten gewidmet ist, erleben wir dann die materialisierte Vielfalt asiatischer Aromen, aber weniger an Originalrezepten, denn an Aneignungen:
"(...) kochen wie der Profi, und zwar nach den Rezepten der Spitzengastronomie. Asiatische Gerichte aus Südostasien, China und Indien gehören nämlich längst in das Repertoire großer Köche und werden hier unter europäischem Einfluss weiterentwickelt. So entsteht eine andere Asia-Küche - ein raffinierter kulinarischer Dialog." So schreiben es die Herausgeber.
Für diese Rezepte zeichnen denn auch ausgewiesene Experten, also gute Köche mit internationaler Erfahrung verantwortlich: Markus Bischoff (Restaurant ?Bischoff am See? am Tegernsee), Markus Herbicht (Restaurant im "The Westin Grand Hotel" in Berlin), Wolfgang Müller (Restaurant "Horvath" in Berlin) und Kai Sanders (Restaurant "Sanders" in Kampen/Sylt).
Das Buch beschreibt in einem ersten, 57 Seiten umfassenden Teil, die Zubereitungsarten, nennt das nötige Werkzeug, zeigt die Schneidetechniken ebenso wie es die Frage beantwortet, welche Gewürze für die asiatisch beeinflusste Küche gebraucht werden. Der Umgang mit exotischen Früchten bleibt nach der Lektüre ebenso wenig ein Geheimnis, wie die Garmethoden und Garzeiten, die Zubereitung asiatischer Brühen oder das Rollen von Sushi.
Auf den restlichen Seiten des insgesamt 214 Seiten dicken Buches werden anschließend wirklich interessante und raffinierte Rezepte vorgestellt. Natürlich umfasst der Rezeptteil das gesamte Spektrum eines möglichen Menüs: Von den Vorspeisen, Suppen und Salaten über Gerichte für Fisch, Fleisch und Geflügel zu Gemüsezubereitungen, Reis und Tofu.
Immer mal wieder werden zwischen die Rezepte Doppelseiten mit warenkundlichen Informationen eingeflochten ? was das Blättern durch das Buch zwar interessanter, das gezielte Nachschlagen aber nicht einfacher macht.
Wenn man einmal von dieser Spielerei absieht, dann ist dieses Buch - man kommt nicht umhin es zu schreiben - ein Volltreffer und unbedingt empfehlenswert.